Freie Wähler setzen ab 7. Februar ihre Wahlinfo-Reihe in Ruppertsburg, Altenhain und Münster fort
Nächste Themen sind Breitband, Ortsteil-Vertretung und Nahversorgung.
Laubach (dun/gdun/du). Über 60 Besucher kamen zur Auftaktveranstaltung der Inforeihe der Freien Wähler zur Kommunalwahl am Mittwoch ins Bürgerhaus Freienseen und diskutierten angeregt mit Dennis Pucher, Dr. Ulf Häbel und den FW-Kandidaten über das Thema „Zukunft des Lebens im ländlichen Raum“. Pucher, der bis Ende 2010 Regionalmanager des Giessener Landes war, stellte im Dialog mit Dr. Häbel, Pfarrer in Ruhestand, Regionalberater und Spitzenkandidat der FW für das Stadtparlament, Thesen zur Zukunft des Landlebens auf. „Wir werden weniger, älter und bunter“, machte Pucher mit Blick auf Bevölkerungsrückgang (minus 6 Prozent in Laubach bis 2020), zunehmende Alterung (15 Prozent mehr über Fünfzigjährige) und höherem Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund (30 Prozent) deutlich. Häbel sah darin Chancen zur Entwicklung, die Politik vor Ort aufgreifen und aktiv nutzen sollte. „Mehr ältere Menschen im Ort kann bedeuten, dass sich mehr Menschen mit freier Zeit im Dorfleben engagieren können“, so seine Prognose. Auch wurde in der Diskussion deutlich, dass es künftig einen harten Wettbewerb der Kommunen um Einwohner geben werde und sich jede Stadt – auch Laubach – klar entscheiden müsse, wo sie hinwolle, welches Profil sie sich geben und wie sie dieses aktiv schärfen wollen. Der Standortvorteil Laubachs und seiner Ortsteile sei der schöne Lebensraum, die Natur, verbunden mit guter Einkaufsgrundversorgung und vor allem Kinderbetreuungs- und Bildungsangeboten, mit hohem Kultur- und Freizeitangebot. Dafür zögen Menschen auch extra hierher, die anderswo arbeiteten, wie zwei Neubürger im Saal auch prompt bestätigten. Diese Vorteil als Wohn- und Lebensraum sollte Laubach viel stärker im Standortwettbewerb herausstellen, war man sich einig. Bürgermeister Peter Klug, der ebenfalls unter den Gästen war, machte die Schwierigkeit der Ansiedlung neuer Betriebe angesichts der Lage 13 Kilometer vom nächsten Autobahnanschluss deutlich. Deshalb gelte es, vor allem die Bestandsbetriebe – vom Ein-Mann-Betrieb bis zur 280-Personen-Firma – zu erhalten und unterstützen. Er freue sich hier über getätigte und angekündigte Investitionen auch der größeren Betriebe, was Hoffnung mache auf Erhalt und Ausbau der bestehenden Arbeitsplätze. Am Rande der Versammlung sprachen Freienseen auch das offenbar gezielt in die Welt gesetzte Gerücht an, die Freien Wähler und Bürgermeister Klug planten in Laubach den Neubau eines Rathauses mit Feuerwehrstützpunkt am Wetterfelder Kreisel. „Das ist frei erfunden und blanker Unsinn“, bestätigten der Bürgermeister und Günther Semmler, FW-Fraktionschef.
Nach dem erfolgreichen Auftakt laden die Freien Wähler zu den Folgeveranstaltungen unter dem Leitmotiv „Unser Laubach – unsere Zukunft“ alle Interessierten herzlich ein. Am Montag, 7. Februar, 20 Uhr, wird es um das brandaktuelle Thema der Breitbandversorgung im Laubacher Raum gehen. „Wann bekommen wir flächendeckend schnelles Internet“, lautet die Frage, die die Besucher des Abends mit externen Experten, Ortsvorsteher Artur Niesner und den Kandidaten der Freien Wähler für Ortsbeirat, Stadt und Kreistag diskutieren werden.
Am Dienstag, 8. Februar, 20 Uhr, geht es dann im Felsenkeller in Altenhain um eine ebenso höchst aktuelle, brisante Frage, nämlich wie es im Ort künftig ohne Ortsbeirat weitergehen soll. Bekanntlich musste die Wahl des Ortsbeirates kürzlich wahlrechtlich abgesagt werden, weil es nur acht Bewerber auf drei Wahllisten gegeben hatte, obwohl das Gremium neun Sitze hat. Ortsvorsteher Axel Semmler und die Freien Wähler wollen deshalb mit den Altenhainern diskutieren, welche Möglichkeiten künftig geschaffen werden können, damit die bisherige, stets konstruktive Arbeit des am weitesten von der Kernstadt entfernten Laubacher Stadtteils auch künftig wahrgenommen werden kann – und zwar mit Blick auf Aufgaben im Ort wie der Kommunikation zu den Gremien und der Verwaltung in Laubach. Dazu wird Stadtrat Hans-Peter Lindner verschiedene Alternativen berichten.
Am Mittwoch, 9. Februar, 20 Uhr, wird es dann um 20 Uhr im Bürgerhaus Münster um den Erhalt ortsnaher Einkaufsmöglichkeiten im ländlichen Raum gehen. Münster verfügt noch über einen gut geführten und organisierten Nahkauf-Laden, der sich mit Zusatzleistungen wie Postagentur oder Backwaren und Frühstückservice erfolgreich versucht, sich eine Marktnische in schwierigem Umfeld der Discountmärkte auf der grünen Wiese zu schaffen. Am Abend will Ortsvorsteher Heinz-Wilhelm Schnabel mit externen Referenten, den FW-Kandidaten und Gästen diskutieren, wie man den Nahkauf in Münster dauerhaft halten und unterstützen kann. Für Ortsteile, die längst keinen eigenen Laden mehr haben, will man Modelle vorstellen, wie – z.B. als Nachbarschaftsladen oder in Genossenschaftsform – Einkaufsmöglichkeiten wieder geschaffen werden können.
Alles Interessierten sind herzlich eingeladen. Infos gibt es auch unter www.fw-laubach.de


